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Wir wissen, daß wir nichts wissen...

Generelle Aussagen über Art und Aussehen der Bekleidung des von uns betrachteten Zeitraumes zu machen ist sehr schwierig. Die Fund- und Quellensituation ist extrem spährlich, so das wir hier allenfalls von einer Anlehnung an das, was eventuell gewesen sein könnte, sprechen können. Auf den Folgeseiten geben wir einen kleinen Einblick, welche archäologischen und historischen Quellen uns bekannt sind und wie wir diese Informationen umgesetzt haben.

Stofffragment
Abb.1 Fragment eines wollenen Rautenköpers, der durch die Auflage eines Bronzeringes konserviert wurde. Körpergrab H11/A2 Liebenau. Und das ist schon ein recht großes Stück Stoff.

Die Bekleidung, die wir für unsere Darstellung angefertigt haben, beruhen auf unseren Interpretationen. Vor einiger Zeit haben wir für uns einmal die folgenden Regeln aufgestellt und sind der Ansicht, dass diese immer noch gut anwendbar sind.

  • Kleiderordnungen sind jüngeren Datums, also für unsere Darstellung nicht anwendbar. Es gibt keine Vorschrift für die Länge der Ober- oder Untertuniken.
  • Es gibt keine eigenständige sächsische Tracht. Man kann sich der vorherrschenden fränkischen Mode anschließen.
  • Wollstoffe waren preiswerter als Leinenstoffe. Die Benutzung von Leinen, sollte dem dargestellten Stand angepasst sein.
  • Der Stoff kann auch von sehr feiner Qualität sein. (über 20 Fäden auf den Zentimeter)
  • Da es bisher keine Belege dafür gibt, ist auf Brettchenborte zu verzichten. Stattdessen können farbige Besätze und/oder Stickereien (auch mit kleinen Glasperlen) verwendet werden.
  • Bevorzugt wird Stoff in Naturfarben, von weiß bis schwarzbraun oder Stoff, der aus örtlich vorhandenen Materialen gefärbt wird. Anderer Stoff muss gekauft werden und hängt deshalb von der gewählten Darstellung ab. Die Farbigkeit ist Uni, Tweed oder Karomuster. Bevorzugte Webart ist Leinwandbindung. Bei einer höheren Darstellung auch alle Arten von Köperbindungen (Panama, Fischgrat, Diamant).
  • Der Schnitt soll aus einem viereckigen Stück Stoff entwickelt werden, möglichst ohne Verschnitt. Anstückeln und die Benutzung unterschiedlicher Stoffe ist erlaubt.
  • Männer tragen keine Fibeln.
  • Frauen tragen keine bis zwei Fibeln, die jedoch keine schließende Funktion haben. Es muss auch nicht immer ein Ledergürtel sein.
  • Ausschnitttypen sind Rundausschnitt und Schlüssellochausschnitt.
  • Die Schuhe sind einteilig oder zweiteilig, ohne verdeckte Sohlennaht. Sie sind flach, wie Halbschuhe gearbeitet und zum Teil gar nicht genäht.
  • Als Wetterschutz dient ein Rechteckmantel oder Halbkreismantel.

Bildquelle:
Abb.1: Häßler, Hans-Jürgen – Ein Gräberfeld erzählt Geschichte, Studien zur Sachsenforschung 5.5

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