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Das Grubenhaus

Grubenhaus
Abb.1 Alsunna hinter dem Grubenhaus
auf dem Sachsenhof Greven

Wie dieses Gebäude zu seiner Bezeichnung gekommen ist, wird auf dem ersten Blick klar. Der Fußboden liegt ca. 0,80 m unter der Erdoberfläche, und man muß erst hinabsteigen, um in das Gebäude zu gelangen. Die Wände entsprechen denen bei einem oberirdischen Bau. Sie verhindern ein Nachrutschen des Bodens in den Innenraum. Im Gegensatz zum skandinavischen Raum verfügen die Grubenhäuser der Sachsenzeit durchweg nicht über Feuerstellen, die auf eine Nutzung als Wohnstätten deuten könnten.

Oft sind darin Spinnwirtel (Schwunggewichte der Spindel, häufig aus Ton) und Webstuhlgewichte aus Ton gefunden worden. Also Gegenstände, die belegen, daß hier Gewichtswebstühle standen und Textilien hergestellt worden sind. Messungen haben ergeben, daß durch die Abgabe von Bodenfeuchtigkeit im Inneren des Grubenhauses eine erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht. Dies ist besonders für die Verarbeitung von Leinen von Vorteil, da die Fäden dadurch geschmeidig bleiben.

Grubenhaus
Abb.4 Grubenhaus in Greven.


Literatur- und Quellenangabe:
Armbruester, Tanja - Haus, Hof und Dorf im Frühmittelalter in den Gebieten nördlich der Mittelgebirge
Ellermann, Nicole und Eggenstein, Georg - Der Sachsenhof in Greven, Schriftenreihe des Heimatvereins Greven, 2001

Bildquellen:
Abb.2: Ellermann, Nicole und Eggenstein, Georg - Der Sachsenhof in Greven, Schriftenreihe des Heimatvereins Greven, 2001
Abb.5: RAUZWI - Lebendige Archäologie Mittelweser e.V.

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